• Größe : 60 – 75 cm
  • Gewicht : 25- 35 kg
  • Fell : Jahreszeit abhängig
  • Fellfarbe :  hell bis dunkel schattiertes schwarz-wildfarben (Wolfsgrau), hell bis dunkel schattiertes braun-wildfarben (Bosbraun), hell crème-weiß bis weiß

Der Niederländer Leendert Saarloos ist der Begründer dieser Rasse und war Liebhaber des Deutschen Schäferhundes. Seiner Meinung nach hatte diese Rasse aber ihre naturnahen Eigenschaften zum Großteil verloren, so dass er durch die Kreuzung von Wolf und Hund eine robuste, gesunde und nicht degenerierte Hunderasse züchten wollte.

In den 1930er Jahren kreuzte er die europäische Wölfin Fleur mit dem Deutschen Schäferhund Gerard van Fransenum.

Anstatt aber einen im Vergleich zum Schäferhund besseren Gebrauchshund zu züchten, erwies sich das Abrichten seiner Tiere jedoch als sehr schwierig, da sich der Fluchttrieb des Wolfes dominant vererbte.

1942 machte Saarloos die erste Anfrage um seine Kreuzung als Rassehund anerkennen zu lassen. Diese wurde aber abgelehnt, da die Hunde zu uneinheitlich waren und auf Grund ihrer Scheuheit, als Gebrauchshunde kaum geeignet waren.

Aus diesem Grund züchtete Saarloos noch einmal verstärkt Tiere, die diesen Anforderungen entsprachen und Anfang der 1950 und Anfang der 1960er konnten einige Hunde als Rettungs-, Polizei-, sowie Blindenhunde eingesetzt werden.

Die letzte Wölfin wurde 1963 eingekreuzt, obwohl Saarloos nur schwer davon zu überzeugen war.
Wie Saarloos befürchtete brachte diese Einkreuzung wieder Probleme in diese Rasse. Die Tiere wurden wieder scheuer, so dass die direkten Nachkommen als Gebrauchshunde ungeeignet und auch als Familienhunde schwer zu halten waren.

Erst 1975, also nach Leendert Saarloos Tod, wurde die Rasse vom Raad von Beheer anerkannt. Im Jahre 1981 erfolgte dann auch endlich die Anerkennung der Rasse durch die F.C.I..

Wesen

Der Saarlooswolfhund hat noch viele natürliche Eigenschaften, des Wolfes, was sein außergewöhnliches Wesen ausmacht.
Diese Hunde sind sehr menschenfreundlich, auch wenn sie gegenüber fremden Personen oder fremden Situationen eine gewisse Scheu zeigen. Für viele ist es ungewöhnlich und fremd, wenn der Hund sie nicht schwanzwedelnd begrüßt, sondern meist einige Schritte zurückweicht und selbst entscheidet, wann er den Besucher kennenlernen möchte. Dies ist aber von Erziehung und Charakter des jeweiligen Hundes abhängig. Oftmals wird der Fluchttrieb als Angst bezeichnet, wobei dieses Verhalten keine Angst ausdrückt, sondern einfach eine natürliche Vorsichtsmaßnahme ist, die den eigenen Schutz gewährleisten soll.

Auch wenn man es im ersten Moment nicht vermutet, aber es sind selbstbewusste Hunde mit einem starken Willen. Durch seine hohe Intelligenz, muss man diesen Hund konsequent, mit viel Liebe und Geduld erziehen. Harte Worte , harteKommandos oder Schläge sind für den Saarloos ein absolutes no go, da er trotz seines Selbstbewusstseins ein sensibler Hund ist.

Er hat ein ausgeprägtes Rudelbedürfnis und fühlt sich in einem Rudel mit am wohlsten, wobei hier egal ist, ob es sich um einen Saarloos oder eine andere Rasse handelt.

Diese Rasse hat einen ausgeprägten Jagdinstinkt, den man nicht unterschätzen sollte, der aber kontrollierbar ist.

Für die Zwingerhaltung oder berufstätige Personen, die 8 oder mehr Stunden aus dem Haus sind, eignet sich diese Rasse nicht, sie ertragen das Alleinesein nur sehr schwer, da er dazu gehören möchte. Das Stundenweise alleine bleiben kann man zwar üben, aber je nach Hund sollte man auch hier viel Geduld und Zeit aufbringen.

Sozialisierung

Hiermit meint man die Gewöhnung des Welpen an die verschiedenen Umweldreize während der ersten Lebensmonate. Man sollte schon früh auf eine gute Sozialisierung achten, den nur ein gut sozialisierter Welpe wird später ein “Umwelttauglicher”  Hund sein. Man sollte den Hund mit Artgenossen, anderen Tieren, fremden Menschen, verschiedenen optischen und akustischen Umweltreizen in Kontakt bringen.

Hunde, egal welcher Rasse, die nur schlecht sozialisiert wurden haben große Probleme sich in unserer oft lauten und stressigen Umwelt zurecht zu finden.