Ich höre immer mehr über „Problemhunde“ und „Problemkinder“ und habe mir nun längere Zeit Gedanken darüber gemacht, warum das wohl so sein könnte….

Meiner Meinung nach spielt unsere Gesellschaft, unsere heutige Umwelt eine sehr große Rolle.Aber auch unsere Einstellung zu unseren Hunden und Kindern hat sich sehr stark verändert.

Generell herrscht bei vielen Menschen eine allgemeine Verunsicherung.

Gesellschaft & Umwelt
Schon bevor Kind oder Hund in die Familie kommen, steht man unter einem gewissen Druck, will alles richtig machen und dafür möchte man sich am besten so viele Informationen wie möglich einholen. Also fängt man an Bücher zu lesen, sich in diversen Foren anzumelden usw.
An sich ist es nicht schlecht, doch oftmals liegt es in der Natur des Menschen einfach strikt das durchzusetzen, was er gelernt hat. Wenn man Glück hat, dann kann das funktionieren, in den meisten Fällen sieht es aber ganz anders aus. Jedes Kind, jeder Hund ist individuell, einfach etwas ganz besonderes und da gibt es einfach keine Anleitung.
Der Mensch muss einfach wieder lernen sein Kind/seinen Hund wirklich kennen zulernen und zu verstehen.

Hinzu kommt, dass Kind und Hund auch kaum noch die Zeit haben ihrem natürlichen Bewegungsdrang auszuleben, dies ist aber etwas, was für beide gleichermaßen wichtig ist.

Zum einen sind es die vollen Terminkalender der Eltern/Hundehalter, die es kaum noch zulassen einfach mal mehrere Stunden draußen zu verbringen und zum anderen ist da natürlich auch unsere Umwelt, die mehr und mehr Gefahren birgt. Es gibt von allem mehr..mehr Autos…mehr Züge…etc…
Für Hundehalter kommen dann noch die ganzen Verordnungen dazu….

Beispiel:
Vor 11 Jahren bin ich noch mit meinen Hunden durch Niederrad gelaufen, ohne Leinen und das je nach Hund sogar auf den Gehwegen! Wenn uns jemand entgegen kam der etwas ängstlich wirkte, so wurden die Hunde kurz an die Seite genommen, abgesetzt und derjenige ging mit einem netten Danke an uns vorbei. Es gab unausgesprochene Regeln für das Antreffen fremder Hunde und jeder hielt sich daran.
Und selbst wenn wir in einer Gruppe mit 10 oder mehr Hunden unterwegs waren, so kam es nie zu ernsthaften Vorfällen. Die Hunde früher waren einfach Hunde und wurden auch so behandelt. Und auch wenn es vielleicht nicht jeder glauben mag, diese Hunde wurden auch geliebt und waren glücklich 😉
Noch heute denke ich gerne daran zurück und auch daran, wie ausgeglichen Hunde und Menschen miteinander lebten.

Die Strecken, die ich damals in Niederrad gelaufen bin, werden mittlerweile regelmäßig vom Ordnungsamt kontrolliert und jeder Hundehalter, der seinem Vierbeiner ohne Leine führt darf mit einer Strafe rechnen.

Unsere Einstellung zu unseren Hunden und zu unseren Kindern

Auch in diesem Bereich hat sich viel verändert.
Kinder und Hunde bekommen im Leben ihrer Eltern/Hundehalter eine immer größere Bedeutung, aber nicht als unsere Schützlinge, sondern als gleichwertiger Partner oder (bei Hunden) als Kindersatz (der dann auch zu einem gleichwertigen Partner wird).
Kinder, als auch Hunde haben das natürliche Bedürfnis nach einer gewissen Struktur. Sie wollen jemanden, dem sie folgen und von dem sie lernen können. Einen Führer durchs Leben sozusagen! Jemanden, der ihnen Schutz und Sicherheit bietet und sie sicher durch unsere Umwelt begleitet.
Die Beziehung zum Kind/Hund wird dadurch nicht schlechter oder weniger intensiv, ganz im Gegenteil!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*
Webseite