Bowie 02.06.2004 – 26.10.2014

Man denkt man kann sich in Gedanken auf diesen Tag vorbereiten, doch der 26.10.2014 zeigte mir, dass dem nicht so ist. Ein Tag an dem meine Welt stehen blieb und ein kleines Stück zusammenbrach.

Freitag ging es dir nicht gut, ich rief sofort dein Herrchen an und wir fuhren alle zusammen mit dir zum Tierarzt. Du bekamst Medikamente und eine Infusion, dein Zustand war laut den Ärzten kritisch, aber nach über 5 Std ging es dir schon etwas besser und alle hatten Hoffnung, auch die Ärzte. Da die Untersuchungen nichts anderes zeigten, ging man entweder von einem bakteriellen Infekt aus und das diese Bakterien Giftstoffe produzierten oder von Krebs.

Samstag waren wir wieder beim Tierarzt. Doch dein Zustand verbesserte sich immer nur kurz. Mein Gefühl sagte mir, dass es nicht gut aussah, doch ich wollte es nicht glauben. Du warst schon immer unser Kämpfer, so oft warst du dem Tod von der Schippe gesprungen…Doch Sonntag verschlechterte sich dein Zustand so sehr, dass wir mit einer der schlimmsten Entscheidungen in unserem Leben treffen mussten, dich gehen zu lassen. Natürlich hätten wir dich in der Klinik lassen können, hätten bis zum bitteren Ende alles versuchen können, um es ein paar Stunden, ein paar Tage herauszuzögern, aber was wäre dann gewesen? Ein paar Stunden/Tage mehr, in einer Tierklinik, ohne deine Familie? Nein, das hättest du nicht gewollt….

Deine Augen waren müde, sehr müde und mittlerweile glaube ich, dass du froh warst, nach 2 Tagen endlich in Ruhe schlafen zu können, ohne schmerzen, ohne Leid.
Wir waren bei dir, als du nach nicht mal der ganzen Spritze für immer die Augen geschlossen hattest.

Ich kann es nicht in Worte fassen, wie dankbar ich dir bin, dass du mich fast 9 1/2 Jahre begleitet hast, immer treu an meiner Seite warst und es immer wieder geschafft hattest auch in schlechten Zeiten ein Lächeln auf mein Gesicht zu zaubern.
Du hast alles und jeden geliebt, niemals hättest du jemanden etwas getan.

Du wirst immer in unseren Herzen und auch in den Herzen derer bleiben, die dich kennenlernen durften.

Ich hoffe du bist gut auf der anderen Seite angekommen, grüßt all die großen und kleinen von uns, die schon lange vor dir gegangen sind.

Irgendwann werden wir uns wieder sehen.

9 Jahre sind eine kurze Zeit um zusammen zu sein, aber eine lange Zeit, um viel zu erleben. So vieles könnte ich schreiben, doch das würde ganze Bücher füllen.

Dennoch möchte ich nochmal auf unsere wichtigsten Momente in unserem gemeinsamen Leben zurückblicken:

Der Anfang….

Januar 2005 betrat ich das erste Mal die Wohnung eines neuen Gassi-geh Hundes und so stürztest du im wahrsten Sinne des Wortes in mein Leben.
Und auch wenn deine Vorbesitzer dich liebten, so war dies eine falsche Liebe…Ein junger Vizsla unausgelastet und unerzogen, niemand da, der dir die Welt da draußen und den richtigen Weg zeigte.
Oft  warst du mehrere Stunden alleine,  der Balkon war deine Toilette.

Mehrere Monate war ich deine Hundesitterin, wir gingen gemeinsam in die Hundeschule, du warst ein Teil meines Gassirudels und gemeinsam mit deinem Hundeziehpapa Basti versuchte ich dir alles beizubringen, was du für dein weiteres Leben brauchst.

Ca. 2 Monate vor deinem 1. Geburtstag kam die Nachricht, dass deine Leute wieder auswandern wollten und ich dachte ich würde dich für immer aus den Augen verlieren. Doch du warst so ehrlich und hattest gezeigt, dass du dich entschieden hattest..

Sie mussten dich festhalten, wenn ich dich dort wieder abgegeben hatte und die Treppe herunter lief, du hattest angefangen die ganze Wohnung auf den Kopf zu stellen und noch so vieles mehr.

Ca. 1 Monat bevor sie weggingen kam eine Frage, die mein Leben veränderte…Sie fragten mich, ob ich dich nicht aufnehmen wollen würde und ich sagte ohne zögern ja.
Erst Zuhause wurde mir bewusst, dass ich mehr machen müsste, als ja zu sagen und suchte mir eine Wohnung…Etwas was mit 17 nicht so leicht ist, aber ich hatte es geschafft und ab deinem 1. Geburtstag waren wir endgültig zusammen.

Du hattest nicht einmal zurückgeschaut, als ich mit dir in unser neues Zuhause ging.

Jahre lang hatte ich mir meinen ersten eigenen Hund gewünscht und da warst du auf einmal.
Es war keine einfache Zeit, doch niemals habe ich die Entscheidung für dich bereut.

Und du hast mich zu der gemacht, die ich heute bin. Gemeinsam mit dir habe ich gelernt noch stärker zu sein und das es sich lohnt für seine Träume zu kämpfen. Du hast mich in allen besonderen Momenten meines bisherigen Lebens begleitet und warst immer treu an meiner Seite

Du wurdest zum ersten Mal großer Bruder..

100_4694Als Kiana im Oktober geboren wurde, hattest du sie von Anfang an sofort in dein Herz geschlossen. Gemeinsam mit dir lernte sie laufen, du warst ihr großer Bruder, bester Freund und Beschützer.
Du hattest gezeigt, dass du jederzeit für sie da bist, auch als ein anderer Hund auf Kiana los gehen wollte, warst du sofort zur Stelle. Du stelltest dich ohne zu zögern zwischen die beiden und hattest ihn vertrieben.

 

 

 

 

Unsere Hochzeit

Es war der 05.01.2008, der schönste Tag in unserem Leben und du warst dabei.
Es war von Anfang an klar, dass du dabei sein solltest, immerhin hattest du zur Familie gehört.

Dein eigenes Rudel

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November 2008 zog zuerst Diego ein, dein erster Welpe unseres Rudels. November 2010 dann Fiona. Du warst für die beiden immer ein guter Ziehpapa. Mit so viel Geduld und einer enormen Ruhe zeigtest du den beiden die Welt und wie man sich in dieser zurecht findet.

Einzug ins Haus

Sommer 2009 zogen wir gemeinsam in unser neues Haus. Unser Schloss, mit viel Platz für euch und vielen neuen Lieblingsplätzen.

Im Sommer lagst du oft stundenlang im Hof, mitten in der Sonne und ich musste dich reinholen, weil du diesen Platz niemals freiwillig geräumt hättest.
Im Winter war dein Lieblingsplatz vor dem Ofen…

Du wurdest zum 2. Mal großer Bruder

10730765_996476513711485_5934649453803995494_nNachdem Flo sich Weihnachten 2010 unerwartet ankündigte, war ich so glücklich, dass auch Flo mit dir groß werden darf. Wie auch bei Kiana, hattest du Florian von der ersten Minute an aufgenommen.
Und wie immer warst du so toll im Umgang mit den Kindern, so vorsichtig, so zärtlich und lieb.

Ich hatte mir so sehr gewünscht, dass auch ihr beide noch etwas mehr Zeit zusammen gehabt hättet. Aber glaube mir, ich werde Flo später noch viel von dir erzählen, ihm Bilder zeigen.

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Nachdem wir dich gehen lassen mussten, spürte ich eine große Leere, mir wurde der Boden unter den Füssen weggerissen und der Schmerz ist fast unerträglich groß. Jeden Tag sitze ich hier, spüre den Schmerz und wünschte mir, ich könnte die Entscheidung rückgängig machen, wünschte mir, dass alles einfach gut ausgegangen wäre.
Immer wieder kommt der Moment zurück, als die Ärztin dir die Spritze setzte und dein Kopf auf den Tisch sank. Ich wollte einfach nur schreien, schreien, sie soll aufhören, sie soll es rückgängig machen. Noch kurz vorher sagte mir mein Kopf, dass es das richtige ist, dass ich dir das schuldig bin, dass du friedlich gehen darfst und das nun der Zeitpunkt gekommen ist, doch dann übernahm das Herz die Überhand und das wollte einfach nur schreien.

Wir brachten dich zu Burkhard, denn wir wollten, dass man gut mit dir umgeht, so lange bis du wieder bei uns bist. Als Micha am Donnerstag deine Asche abholte wurde mir noch einmal bewusst wie entgültig dieser Abschied nun war. Ich öffnete den Beutel in dem du nun liegst, ich schaute mir die Asche an. Das letzte was von dir noch übrig geblieben ist, nichts mehr was an dich erinnert, wie du einmal warst, nur in meinen Gedanken sind noch die Bilder aus unserer gemeinsamen Zeit.

Was würde ich nicht alles dafür tun, um dich noch einmal in den Arm zu nehmen, dir all das zu erzählen, was ich dir noch erzählen möchte. Der Abschied kam so plötzlich, so viele unausgesprochene Worte.

So viele schöne Momente, so viel haben wir gemeinsam erlebt. All das bleibt unvergessen, du bleibst in meinem Herzen.
Und auch wenn es unendlich schmerzt, dass du nicht mehr hier bist, so bleibt die Hoffnung, das die Tränen bald einem Lächeln weichen, wenn ich an all diese Momente zurückdenke .

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Ich danke dir für die schöne gemeinsame Zeit…….

 

 

Ich liebe dich mein Dicker

Ein Gedanke zu „Bowie

  1. Das ist schön geschrieben. Ich hatte die tranen in meinem augen wehn es soweit war, zurück denkend an meine Deacon und Layka. Ehr hätte ein schwere start. Aber es ist zu sehen an ihm das ehr ein fantastiche leben hatte bei dir. Eines tages kanst du wieder lacheln wehn du an ihm zuruck denkst ohne tränen.

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