Diego klaute sich einen Fleischspieß und verputze diesen so schnell, dass man ihn nicht mehr bekam…

Als Diego bis Montag Abend kein Häufchen mehr gemacht hatte, machten wir uns doch arge Sorgen und fuhren mit ihm in die Tierklinik…
Alles verlief so weit ok, er ließ sich anschauen und war ganz brav, bis zu dem Punkt, wo die Ärztin seinen Bauch abtastete, auf einmal drehte er sich um und schnappte in die Luft, Richtung Ihrer Hand.

Er zeigte deutlich, dass er dort Schmerzen hatte…Aus diesem Grund bekam er für die weitere Behandlung einen Maulkorb an…Um mehr zu sehen wurde er geröngt und es wurde deutlich, dass der Spieß noch im Magen steckte…

Wir sollten am nächsten Tag wieder kommen…

Dienstag war es dann so weit, um 8 Uhr waren wir pünktlich bei der Tierklinik angekommen, bis hier war Diego auch noch recht gut drauf…Als wir ins Behandlungszimmer kamen, reichte man mir direkt einen Maulkorb, da die Ärztin vom Vortag doch noch Angst hatte, dass er beissen könnte….Dann wurde er in Narkose gelegt…

50 min warteten wir im Wartezimmer gespannt, ob sie den Spieß so heraus bekommen würden, doch leider war dem nicht so…Der Spieß war durch die Magenwand in die Leber gespießt und konnte nur durch eine OP entfernt werden…

Wir wurden nachhause geschickt, da sie ihn über Nacht dort behalten wollten und meinten, dass es besser wäre, wenn er uns nicht mehr sehen würde…2 Stunden warteten wir auf den erlösenden Anruf.

Als es hieß er hätte es geschafft, war ich erst mal erleichtert, doch der Gedanke das Diego dort bleiben musste, war schwer zu ertragen.

Gerade zuhause angekommen bekamen wir den Anruf, dass wir sofort kommen und ihn holen sollten,  man könnte nicht mehr an ihn ran.
Schnell packten wir alles wichtige ein und stiegen ins Auto, mir war richtig schlecht bei dem Gedanken, dass es Diego so schlecht geht.

Dort angekommen wurden wir schon recht blöd angenommen und auch die Ärztin nahm sich nicht viel Zeit für uns…Zusammen mit ihr ging ich dann nach hinten, wo Diego in der Box stand…Er war total fertig, reagierte erst einmal gar nicht…Die Ärztin öffnete schnell die Box und verschwand dann hinter mir…  Obwohl er noch mit der Narkose zu kämpfen hatte, freute er sich extrem über mich, ließ sich das Geschirr anziehen und wollte dann so schnell es ging aus der Klinik…

Sie müssen ihn sehr sehr arg bedrängt und verängstigt haben, er stank total nach seinen Fäkalien und beißen würde er auch nie einfach so, er wählt lieber die Flucht bzw Beschwichtigt, als dass er direkt nach vorne geht…

Sein Halsband lag in dem mit Pipi getränkten Boden, der Zugang mit Schlauch hing lose an seinem Bein herunter und auch sonst war ich einfach nur geschockt von dem Anblick…Das ein frisch operiertes Tier nicht schön anzuschauen ist, weiß ich, aber das war was anderes!

Die Leute in der Klinik zeigten uns mit ihrem Verhalten mehr als deutlich, dass sie froh waren uns los zu sein und hatten gar kein Interesse an Diego…Wichtig war ihnen dann nur, als wir Diego gerade ins Auto brachten, dass wir ja nicht vergessen zu zahlen (sehr toll, man bringt sein frisch operiertes Tier erst einmal ins Auto, damit es zur Ruhe kommt und die denken direkt, wir fahren einfach weg)….

Als ich mit Diego im Auto saß, legte er sich direkt hin, seinen Kopf auf meinem Schoss und schlief tief und fest ein…Wahrscheinlich konnte er das erste Mal nach dem aufwachen zur Ruhe kommen.

Er sollte viel Ruhe haben und erst einmal nichts Essen, erst am nächsten Tag sollte man mit dem Anfüttern beginnen.

Ich machte für Mittwoch Nachmittag einen Termin beim Tierarzt, doch meine Freundin bemerkte am Morgen noch, dass Diego’s Pfote total angeschwollen war…Er hatte noch den Zugang liegen, der mit einem Verband abgebunden wurde…Die Tierärztin in der Klinik hatte diesen aber so enorm fest gemacht, dass es zu einem Blutstau kam…

Ich rief direkt bei unserem Tierarzt an und fuhr los.Leider war nicht unser Doktor da, der auch Diego kennt, sondern nur eine andere Ärztin, die bisher noch keines unserer Tiere behandelt hatte…
Diego ließ sich keine 2 Meter vom Auto wegbewegen, er hatte richtig Angst und wir mussten die Behandlung draußen machen…

Die Ärztin (die übrigends von der Tierklinik informiert wurde und die 3. Geschichte aufkam) kam mit 4!!! Helferinnen um einen Verband zu lösen. Diego wollte direkt die Flucht antreten, blieb aber noch ganz ruhig, bis die Tierärzt an den Verband wollte..Er knurrte und wehrte sich, er wollte einfach nur fliehen…Aus diesem Grund hielt ihn dann die Tierärztin fest und ich kümmerte mich darum, dass der Mist von seinem Bein abkam..

Danach durfte ihn die Ärztin sogar noch mal streicheln und wir waren froh, dass das teil raus war…

Drinne bekamen wir 4 Dosen Diät Hundefutter, Schmerzmittel und Antibiotika für Diego…
3x am Tag bekommt er nun seine Medikamente, jeweils 2 – 3 ½ Tabletten…
Fressen gibt es nur in sehr kleinen Mengen, genauso wie Wasser ..Es ist sehr wichtig, dass er nun nicht zu viel frisst und auch nichts anderes, außer das was wir ihm geben, sonst könnte sich der Magen zu sehr dehnen und die frische Naht innen reißen…

Heute 15.08.2009

Eigentlich wollten wir Diego etwas Ruhe gönnen und ihn deshalb nicht mit anderen zusammen lassen…Da aber heute mein Schwager kam um mit meinem Mann Scheiben zu tönen, blieb ich mit Diego im Haus…

Als wir dann mal raus mussten, zeigte Diego aber direkt Interesse an der Kontaktaufnahme mit meinem Schwager und ich ließ ihn machen…Er entschied selbst, dass es für ihn ok war und somit war es auch für mich ok…Hätte er gezeigt, dass er keinen Kontakt haben möchte, dann wäre das auch ok gewesen…

Etwas zögerlich holte er sich dann ein paar Streicheleinheiten ab und wir gingen draußen zum lösen.

Ich hatte erst Angst, diese Erfahrung in der Tierklinik Spuren hinterlassen hätte, doch es sieht gut aus, dass er so ist, wie auch vorher…Nur Tierärzte findet er nicht mehr so toll…

Sein Verhalten spricht stark für Angstaggresssion und Aggression in Folge von Schmerzen, beides natürliche Verhaltensweisen eines jeden Lebewesens, die dem Selbstschutz dienen.
Ein Tierarzt muss in seinem Beruf immer damit rechnen, dass es Tiere gibt, die empfindlicher reagieren, ängstlicher sind oder ähnliches und darf dem Tier dann keine Schuld für sein Verhalten geben und es verurteilen. Genau das hatte diese Klinik aber gemacht, noch dazu hatte niemand auf uns gehört, als wir sagten, dass er sehr sensibel sei usw…

Für uns bedeutet das nun den Tierarzt komplett neu und positiv aufzubauen

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