Schon längere Zeit hatten wir uns und Fiona auf die Zuchtzulassung vorbereitet und uns sogar sehr darauf gefreut. Doch in den letzten Wochen und Monaten bekam ich mehr und mehr ein „schlechtes“ Gefühl, das Gefühl unserer Fiona etwas unrechtes zu tun.
NürnbergSeit bekannt war, dass nun ein Wesenstest Bestandteil der Zuchtzulassung ist, fingen wir an noch einmal vermehrt mit Fiona auf Ausstellungen zu gehen, um mit ihr zu üben. Wohl fühlten wir uns dabei alle nicht, so viele schick gekleidete Menschen, die auf die Schnelle nochmal ihre Hunde bürsteten, viel Hektik, viel Lärm usw. Es ist einfach nicht unsere Welt. Doch wir standen es immer wieder tapfer durch und ich war oft wirklich sehr stolz auf Fiona. Im Ring wird ein Hund innerhalb von 3-5 min. abgefertig! Gerade für eine Rasse wie den Saarloos Wolfhund eigentlich ein Unding. Nun gut, ich dachte mir „hey, sobald wir die Zuchtzulassung haben, muss Fiona auf keine Ausstellung mehr, dass schaffen wir“.
Die Zuchtzulassungen finden auch auf solchen Ausstellungen statt.

Nachdem auch meine Mutter einmal mit auf einer Ausstellung war, fragte sie mich, ob wir das Fiona wirklich an tun müssten, die arme Maus würde ihr so leid tun und das wir doch nochmal darüber nachdenken sollen.

Hier fingen die ersten inneren Konflikte an, auf der einen Seite der Traum zu züchten und das mit Fiona, auf der anderen Seite Fiona, die mir jedes Mal einfach nur leid tat, während sie diese Veranstaltungen, diese Annährungen fremder Menschen über sich ergehen lassen musste. Hatte ich mich nicht auch wegen des Wesens für einen Saarloos entschieden?
Außerdem bin ich eigentlich jemand, der der Meinung ist, dass gewisse Dinge einfach langsam angegangen werden müssen und Zeit brauchen. So war das ja damals mit Diego auch. Er hatte seine 1. Ausstellung mit 2 Jahren, dann, als ich das Gefühl hatte, dass es der richtige Zeitpunkt wäre. Vorher wäre ich niemals mit ihm auf eine Ausstellung gegangen.

Zusätzlich mit dem neuen Wesenstest habe ich das Gefühl bekommen, dass der VDH nicht wirklich darüber nachgedacht hat, was er da macht. Zum einen ist der Test absolut nicht auf das, im Rassestandart verankerte Wesen angepasst, zum anderen finde ich sollte ein scheuerer Hund nicht zurückgestellt werden, eher sollte man vielleicht die Zuchtzulassung darauf beschränken, dass der Hund nur mit einem freien Partner verpaart werden darf. Aber gut, zurückstellen bedeutet zum einen wieder Geld für eine weitere Anmeldung zur Zuchtzulassung und vielleicht ein „ungeliebter“ Saarloos Wolfhund weniger.
Warum „ungeliebter“ Saarloos Wolfhund?
Tja, im Grunde ist das ganz einfach zu erklären:
Ich habe schon des Öfteren das Gefühl beim VDH bekommen, dass die Saarloos Wolfhunde, obwohl sie ja eine anerkannte Rasse sind, vom VDH nicht gerne gesehen sind. Da wird am Richtertisch noch über die „bösen“ Hunde geschimpft oder es gibt eine Standpauke vom Richter, weil die Presse da ist und die Hunde nicht „funktionieren“.
Ja, das gab es auch schon, die Aussage „der Hund MUSS im Ring FUNKTIONIEREN“. Sorry, aber mein Hund ist ein LEBEWESEN und keine Maschine. Ein Computer muss funktionieren, aber ein Lebewesen nicht!
Auch hatte ich immer versucht den Kontakt zum VDH so gering wie möglich zu halten, da ich auch hier oft das Gefühl hatte, eher lästig und nervig zu sein, als wirklich Unterstützung zu bekommen.

Der IHV

Vor einigen Monaten habe ich dann vom IHV erfahren, habe viele Infos gesammelt und bin zu der Entscheidung gekommen: DAS IST UNSER VEREIN! Und je mehr Kontakt man zum IHV hatte, desto sicherer wurde die Entscheidung!
Hier wird man wirklich sehr nett, freundlich und mit offenen Armen aufgenommen.
Der Saarloos Wolfhund und sein Wesen werden hier vollkommen akzeptiert und wenn man Hilfe braucht, dann bekommt man auch nie das Gefühl fehl am Platz zu sein.
Die Entscheidung für den IHV war niemals spontan, im Gegenteil, ich habe mir mit der endgültigen Entscheidung einige Monate Zeit gelassen. Zu dieser Entscheidung stehe ich voll und ganz! Auch deswegen, weil ich gemerkt habe, wie gut uns diese getan hat. Von mir und somit auch von Fiona ist eine riesige Last gefallen, wir fühlen uns frei und pudelwohl! Jetzt haben wir unseren Verein gefunden, einen Verein, wo wir uns gut aufgehoben und akzeptiert fühlen, wo wir wissen, dass man immer ein offenes Ohr für uns hat.

Zuchtzulassung am 05.06.2013IMG_6641

Anders als sonst, waren Fiona und ich um einiges ruhiger als vor jeder Ausstellung bisher. Ich hatte so ein gutes Gefühl und so viel Vertrauen in Fiona für diesen Tag!

So fuhren wir morgens los und brachten Kiana erst einmal zu Michas Eltern, Flo kam wie immer mit uns. Nach 3 ½ Stunden kamen wir dann in Dietfurt bei der Hundeschule von Herrn Probst an.
Schon vom ersten Moment an, ist die Stimmung einfach super. Herr Probst und seine Frau sind wirklich 2 super nette und sympathische Menschen und man merkt direkt, dass Herr Probst jemand ist, der wirklich mit Hunden umgehen kann! WOW!
Während wir im Behandlungsraum den Papierkram erledigten, lag Fiona neben mir und entspannte sich sogar nach einer Weile.
Je länger man dann also zusammen saß, desto mehr Ruhe strahlte Herr Probst auf Fiona und mich aus! So war bis zur Fahrt auf den Hundeplatz jegliche Anspannung meinerseits verschwunden.
Am Hundeplatz angekommen durfte sich Fiona direkt frei auf dem Gelände bewegen und was soll ich sagen? Zwischenzeitlich lag sie sogar am Rand und wälzte sich ☺
Obwohl Herr Probst sich wirklich viel Mühe gegeben hatte und wirklich super mit ihr umgegangen war, anfassen ließ sie sich nicht. Aber es war ok so!
Sie hätte schon gerne das ein oder andere Leckerle genommen, doch das war ihr dann doch noch nicht alles so geheuer. Ich denke, hätten wir alle noch etwas mehr Zeit gehabt an diesem Tag, dann wäre auch Fiona so weit aufgetaut, dass sie auch mal kurz Kontakt aufgenommen hätte.
Kurz vor Ende durfte dann auch Diego nochmal aus dem Auto und die 2 tobten ganz unbefangen über den Platz.

IMG_6764Diego beobachtete den neuen und fremden Menschen erst einmal unauffällig und fand, dass es sinnvoll wäre erst einmal so zu tun, als wäre der große Mann gar nicht wirklich da. Erst als es dann Leckerchen gab, war Diego schon fast nicht mehr vom Herrn Probst wegzubekommen. DAS ist halt Diego!
Die einzigen „Einschränkungen“, die sie bekommen hat sind, dass sie zum einen nur mit einem nachweislich DM und Dw freien Rüden verpaart werden darf und dass dieser gelbe Augen haben sollte. Was aber vollkommen ok ist, da dies ja auch unsere Voraussetzungen an den Rüden sind!
Somit waren wir uns auch in diesem Punkt wieder einmal einig mit dem IHV 😉
Vielen vielen Dank noch einmal an Herrn Probst, der wirklich super tolle Arbeit geleistet hat! Es war eine tolle Erfahrung und einfach ein toller Tag.

  • Liebe Leute, hier oben sind nur ein paar Gründe, wieso wir gewechselt haben und ich könnte noch eine ganze Liste weiterer Dinge aufführen. Ich respektiere die Entscheidungen anderer, ohne das diese sich bis zum letzten Punkt „rechtfertigen“ müssen, so dass ich mir dies auch von anderen wünsche.

3 Gedanken zu „Fiona hat die Zuchtzulassung

  1. Herzlichen Glückwunsch und ich freue mich für jeden Saarloos Wolfhund, welcher so respektvoll von einem Richter behandelt wird! Daumen hoch!!!

  2. Für uns gibt es mehrere Gründe für den Wechsel, das oben genannte ist nur einer dieser Gründe. Hätte ich alles aufgeführt, so hätte ich wahrscheinlich ganze Bücher damit füllen können. Ein weiterer Grund ist auch, dass ich mittlerweile das Gefühl habe, dass es dem VDH immer weniger um die Hunde und mehr ums Geld geht und dabei sollte doch gerade die Gesundheit der Hunde an erster Stelle stehen! Desweiteren können die neuen Zuchtbestimmungen durch den VDH in meinen Augen neue Probleme bei der Rasse mit sich bringen, weil eventuell für die Zucht wertvolle Hunde verloren gehen können. Und und und

  3. Hallo,

    ich hatte dieselbe Diskussion und bin mir sicher dass der VDH nicht den Saarloos im Blick hat. Nicht jeder Richter ist hierbei gleich gestrickt aber im Ganzen war ich mit meinem Disput beim VDH an der vollkommen falschen Adresse (Thema ein Zuchtrichter macht keine Fehler). Ich genieße meinen Saarloos, wie erst am Wochenende wieder, ohne Geschirr und ohne Leine in der Gewissheit dass sie selber entscheidet wo sie hingeht und wo nicht. Sie folgt mir nach wenns sein muss auch ohne dass ich sie rufen muss. Aber diesen Tieren ihre Scheuheit abtrainieren zu wollen wird ihnen nicht gerecht. Wer einen Saarloos wirklich führt sollte vor einem VDH nicht einknicken, so wichtig ist der nicht.
    Auch wenn ich euch nicht nachfolgen kann meinen Glückwunsch zu einer richtigen Entscheidung.

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